10 Jahre Gesamtschule Heiligenhaus

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Am 1.8.1992 nahm die neu gegründete Gesamtschule in Heiligenhaus ihren Betrieb mit einer Begrüßungsfeier in der Sporthalle an der Feldstraße auf. Gemeinsam mit der Hauptschule am Nordring zog die Gesamtschule 1994 in die Hülsbecker Straße, in die bisherigen Räume der Realschule, die ihrerseits zum Nordring wechselte.

 Das Echo auf diese schulpolitische Kraftanstrengung ist bis heute zu spüren, auch wenn Kollegen der ehemaligen Hauptschule heute zum Kernbestand des Gesamtschulkollegiums gehören.

Aus 100 Schülern sind mehr als 800 Schüler, aus 10 Lehrern sind mehr als 60 Lehrer geworden. Aus Fünftklässlern wurden Ehemalige.

 Zehn Jahre Erziehung und Unterricht, zehn Jahre gemeinsame Arbeit des wachsenden Kollegiums, zehn Jahre Zusammenarbeit mit Eltern, Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Rat der Stadt Heiligenhaus, mit Architekten, Baufirmen und Handwerkern.

Ich denke an die Anfänge mit ihren vielen Experimenten, der Suche nach einem Weg in unsicherem Terrain, den jahrelangen Wechsel zwischen wachsender Zuversicht und dem Gefühl abzustürzen. (Man kann das auch den Charme des Anfangs nennen.)

 Mit der vierten Vergabe der Abschlüsse am Ende des 10. Jahrgangs und dem zweiten Abitur in diesem Jahr hat die Heiligenhauser Gesamtschule ihre Aufbauziele erreicht. (Vielleicht könnten in absehbarer Zeit die Schulkonferenzen zweier benachbarter Schulen mit gymnasialer Oberstufe über eine Kooperation zur Vergrößerung des Unterrichtsangebotes nachdenken.)

 Jetzt, da der Aufbau abgeschlossen ist, gilt es, das Erreichte zu sichern und sich gleichzeitig umzusehen, welche gesellschaftlichen Forderungen an die Schule den bei zurückgehenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren weitaus schärfer werdenden Wettbewerb zwischen den Schulen entscheiden könnten.

 Unterricht ist die zentrale Veranstaltung der Schule, die Vermittlung und Erarbeitung von fachlichem Handwerkszeug, von Wissen, von Ideen, von Entwürfen des Menschen in den verschiedenen Fächern und fächerübergreifend. In Anwendung des bekannten Wortspiels ist Unterricht nicht alles, aber ohne Unterricht ist alles nichts. Aufgabe der nächsten Jahre wird es sein - neben der Pflege einer begrenzten Auswahl das Schulleben bereichernder Projekte – in kollegialem Diskurs die Arbeit der Fachkonferenzen mit dem Ziel von Absprachen über Inhalte und Methoden zu forcieren und Wege zu finden, das in den einzelnen Fachkonferenzen Erarbeitete auch für den Unterricht in anderen Fächer wirksam werden zu lassen.

 Bildung und Erziehung brauchen Geborgenheit, geschützte Räume und Offenheit.

Die Stadt Heiligenhaus als Träger dieser Schule hat trotz des nicht sehr großen finanziellen Spielraums mit der Gestaltung des Neubaus für die zusätzlichen Klassen und die gymnasiale Oberstufe sowie mit der Gestaltung der Außenflächen die Voraussetzungen für eine gedeihliche schulische Arbeit geschaffen.

 Die Finanzierung der Frischeküche war Voraussetzung für die Einrichtung des Mensavereins und damit für eine angemessene Verpflegung der Schülerinnen und Schüler in einer schönen Umgebung. (Die Frage jedoch, wo in dieser Ganztagsschule die gut 800 Schüler eigentlich ihre Mittagspause verbringen können, hat sich auch mit der Schaffung des Spielekellers nicht ganz vollständig beantworten lassen. Was nicht heißt, dass die Schule selbst nicht noch Spielraum in der Vergrößerung des Ganztagsangebotes hätte.)

 Die Stadt Heiligenhaus bietet mit ihrer Gesamtschule auch Eltern aus anderen Gemeinden einen Platz in dieser Schulform für ihre Kinder. Ich verstehe die damit für den Schulträger verbundenen Kosten durchaus als Herausforderung für die Arbeit an einem auch in Nachbargemeinden anerkannten Bildungsangebot dieser Stadt.

 In der Hoffnung, dass die Heiligenhauser Gesamtschule die mit den Investitionen in sie gesteckten Erwartungen hinsichtlich ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages für die ihr anvertrauten Heranwachsenden auf lange Sicht erfüllen kann

  

Gerhard Schlüter

Schulleiter